Die Schlitteda war früher ausschliesslich ein Fest der
ledigen, der jungen Leute, während die «Schlitteda
dels maridos» den verheirateten Paaren vorbehalten
war. Die Schlittenfahrten durch das tief verschneite
Hochtal werden seit Jahrhunderten unternommen. Die
«Giuventüna», die Vereinigung der Dorfjugend, führt
den reizvollen Brauch an einem der Sonntage im Januar
oder Februar durch.
Kunstvoll bemalte Pferdeschlitten, besetzt mit festlich
kostümierten jungen Paaren in rot-schwarzer Engadinertracht ziehen durch die tiefverschneite Winterlandschaft.
Bis in die 1860er Jahre bewirteten abends die jungen
Frauen die Burschen, während letztere für die Kosten
für den Unterhalt der Pferde und der Kutschen aufkamen.
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Palüd Perigna
Bei der sumpfige Wiese, auf der Nordwestseite des
Schlosses Crap da Sass, am Ufer des Silvaplanersees,
genannt «Palüd Perigna», traf sich die Silvaplaner,
Champfèrer und Surlejer Giuventüna (Dorfjugend)
frühmorgens, um die Schlitteda vorzubereiten.
Palüd Perigna, so hiess einst der Sammelplatz für die
Schlitteda, – ein Sumpf, bei dem sich die Paare trafen
und wo sich dann die traditionsreichen und farben-
prächtigen Pferdeschlitten prozessionsartig in Bewegung setzten.
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